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15.01.2021 erstellt von: Rolf Pinckert


Radverkehr in Mainz, Ingelheim, Bad Kreuznach

Die dritte und aktualisierte Ausgabe unseres Radverkehrspolitischen Programms zur lokalen Umsetzung der Ziele des ADFC steht hier nun zur Verf├╝gung

1. Einleitung


Der ADFC hat das Ziel, die Interessen der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer/innen, insbesondere der Fahrradbenutzer/innen, unabh├Ąngig und parteipolitisch neutral zur F├Ârderung des Gemeinwohls zu vertreten. Dies ist in den Satzungen des ADFC KV Mainz-Bingen, sowie des Landesverbandes Rheinland-Pfalz und des Bundesverbandes fest verankert. Dazu geh├Ârt es insbesondere, sich bei der Verkehrsinfrastruktur zu engagieren und W├╝nsche, aber auch Erfahrungen, diesbez├╝glich weiterzugeben und zu verteidigen.
Mit diesem radverkehrspolitischen Programm m├Âchten wir aufzeigen, welche Anforderungen wir an die Radinfrastruktur stellen und welche Bitten wir an die Politik in unserer Region haben.

Um dieses radverkehrspolitische Programm m├Âglichst ├╝bersichtlich zu halten, sind detaillierte Statements zu den einzelnen Vorhaben, Verbindungen oder Punkten in Mainz und im Kreis Mainz Bingen in entsprechende Anlagen enthalten.


2. Allgemeine Anforderungen an Radverbindungen in unserer Region:


ÔÇĘWir als ADFC haben die Vision, dass in unserer Gegend jede/-r das Rad gefahrlos fahren kann und es gerne als Fortbewegungsmittel und Freizeitger├Ąt nutzt. Deshalb stellen wir die folgenden Anforderungen an die Radverkehrsinfrastruktur in unserer Region. (Diese Punkte sind stark an die Forderungen des Bundes angelehnt, die beispielswiese unter https://www.adfc.de/artikel/so-geht-verkehrswende zu finden sind.)

  • Die Radverkehrsinfrastruktur soll f├╝r alle Alters- und Nutzergruppen intuitiv nutzbar, attraktiv und sicher sein.ÔÇĘDiese Infrastruktur soll als durchg├Ąngiges Radverkehrsnetz alle wichtigen Quellen und Ziele verbinden. F├╝r die bestm├Âgliche Nutzung dieser ist es essenziell Umwege zu vermeiden und die Radverbindungen gut auffindbar zu gestalten. Dazu sind gute und durchgehende Beschilderungen notwendig.

  • Eine klare F├╝hrung des Radverkehrs in beide Fahrtrichtungen ist (f├╝r Radfahrer/innen, Autofahrer/innen und Fu├čg├Ąnger/innen) wichtig, um Missverst├Ąndnisse und Unf├Ąlle zu vermeiden. Insbesondere an Kreuzungen muss darauf geachtetwerden, dass die Wege f├╝r Radfahrer/innen klar markiert sind. Attraktive und sichere Radverkehrsinfrastruktur wird nach folgenden Kriterien gestaltet:

    • Der Radverkehr soll getrennt von KFZ- und Fu├čverkehr gef├╝hrt werden. Eine gemeinsame Nutzung mit dem KFZ-Verkehr ist nur zielf├╝hrend, wenn ein Tempolimit von maximal 30km/h vorliegt und gleichzeitig ein geringes Verkehrsaufkommen herrscht.

    • An Stra├čen mit Verkehrsgeschwindigkeiten ├╝ber 30 km/h sowie auf Stra├čen mit mittlerem bis hohem Kfz-Aufkommen erfolgt die F├╝hrung auf Radfahrstreifen. Wenn m├Âglich sind diese durch reflektierende Bauelemente abzutrennen (protected bike-lane) und an gef├Ąhrlichen Stellen farblich vom Stra├čenbelag abzusetzen.

    • An Stra├čen mit Geschwindigkeiten ├╝ber 50 km/h fahren Radfahrende auf baulich getrennten Radverkehrsanlagen.

    Nat├╝rlich gibt es in der Praxis Stra├čen, die essenziell f├╝r eine durchgehende Radverkehrsinfrastruktur sind, aber nicht gen├╝gend Platz f├╝r eine getrennte Radverbindung bieten. F├╝r solche F├Ąlle, wie sie z.B. h├Ąufiger in Mainz vorkommen, gibt es aus unserer Sicht zwei M├Âglichkeiten: Erstens sollte versucht werden durch eine Neuaufteilung des Stra├čenraums (z.B. Wegfall von Parkpl├Ątzen, Abbiege- oder Fahrspuren, Einrichtung von Einbahnstra├čen oder Verkleinerung des Gehwegs) Raum f├╝r den Radverkehr zu schaffen. Ist auch dies nicht m├Âglich, so muss die Stra├če so gestaltet werden, dass sie die Bedingungen des 1. Punktes erf├╝llt, sprich ein Tempolimit von max. 30km/h gilt und ein geringes Verkehrsaufkommen herrscht.

  • Schutzstreifen sollen nur zum F├╝hren des Radverkehrs oder zum Garantieren von Raum f├╝r Radfahrer/innen bei erh├Âhten Verkehrsaufkommen eingesetzt werden. Als Fahrspur sind Schutzstreifen meist ungeeignet, da sie den KFZ-Verkehr h├Ąufig zum ├ťberholen, Halten oder Parken motivieren.

  • Moderne Radinfrastruktur muss den Trend zu neuen Fahrradtypen ber├╝cksichtigen, z. B. mehrspurige Fahrr├Ąder, Fahrradanh├Ąnger und Transport- und Lastenr├Ąder.


3. Allgemeine W├╝nsche an die Politik sowie Verwaltung von Mainz/Mainz-Bingen/Bad Kreuznach:


Als ADFC KV Mainz-Bingen setzen wir uns auf regionaler Ebene f├╝r eine wesentliche Verbesserung aller Aspekte des Radfahrens ein. Um m├Âglichst effizient einen gro├čen Fortschritt zu erreichen, w├╝nschen wir uns von der Politik in unserer Region:

  • Ein gesamtheitliches Radverkehrskonzept f├╝r Mainz, Bingen und Bad Kreuznach sowie f├╝r die Region.

  • Schaffung einer attraktiven Radinfrastruktur. Dazu geh├Âren direkte und sichere Radverbindungen innerhalb der Orts- und Stadtteile, sowie Radschnellverbindungen zwischen relevanten Knotenpunkten in den Kreisen Mainz, Mainz-Bingen und Bad Kreuznach und dar├╝ber hinaus zu den benachbarten St├Ądten Wiesbaden, Frankfurt, R├╝sselsheim, Worms, etcÔÇŽ.

  • Die Aufstockung des Radinfrastrukturetats. Der ADFC Bund empfiehlt einen Betrag von 30ÔéČ pro Einwohner.

  • Gr├╝ndung eines Arbeitskreises ÔÇ×Fahrradfreundliche KommunenÔÇť im Land Rheinland-Pfalz

  • Zentrale Planung und Umsetzung der Orts- und Kreis├╝bergreifenden Radinfrastrukturma├čnahmen,

  • Ber├╝cksichtigung der Mitarbeit und des Inputs der relevanten Interessensverb├Ąnde.

  • Transparente Kommunikation bestehender und geplanter Radverbindungen sowie ihrer Umsetzung.

  • Gute Kommunikation f├╝r mehr Respekt aller Verkehrsteilnehmer untereinander.


4. Spezielle Forderungen zur Radinfrastruktur in Mainz



Als einzige Gro├čstadt im Gebiet Mainz/Mainz-Bingen ben├Âtigt Mainz eine besonders gut abgestimmte Radinfrastruktur und Kommunikation, um dem hohen Aufkommen vom Radverkehr Rechnung zu tragen und dies weiter zu f├Ârdern. Als gr├Â├čter Interessenverband der Fahrradfahrer/innen fordern wir:

  • Direkte, sichere und gut beschilderte Verbindungen zwischen allen wichtigen Quellen und Zielen der Stadt. Darunter fallen insbesondere: Bahnh├Âfe, H├Âfchen/Innenstadt, Universit├Ąt, Uniklinik, Theodor-Heuss-Br├╝cke, Kaiserbr├╝cke, S├╝dbr├╝cke.

  • Die begonnene Implementierung von Stadtteilrouten zur Verbindung aller Stadteile kreis- und sternf├Ârmig weiter voran zu treiben mit besonderer Ber├╝cksichtigung der unter 2. Allgemeine Anforderungen genannten Punkte.

  • Schnelle Fortf├╝hrung des begonnen ByPad-Verfahrens.

  • Eine genaue ├ťbersicht (online und offline!) ├╝ber aktuelle und geplante Radverbindungen, z.B. in Form einer aktualisierten ÔÇ×Radwegekarte MainzÔÇť (letzte Edition: 5-te Auflage 4/2010).

  • Ausreichende Ausstattung des zust├Ąndigen Fach- und Arbeitspersonals im fahrRad-B├╝ro zur Umsetzung der notwendigen Radverkehrsinfrastruktur. Die Mitte 2020 erfolgte Implementierung mit 3 + 1 indirekte MAK erscheint als knapp bemessen und die weitere Aufstockung auf die Ende 2019 zugesagten 5 MAK geboten, um die Handlungsf├Ąhigkeit nachhaltig sicher zu stellen.ÔÇĘ

Die ausf├╝hrliche Auflistung von Ideen und Statements zu fahrradtechnisch relevanten Punkten in der Stadt Mainz werden in separaten Positionspapieren ver├Âffentlicht. Das Positionspapier Bahnhofsumfeld Mainz liegt bereits vor und ist auch auf unserer Homepage verf├╝gbar.



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