Stadtradeln
07.04.2020 erstellt von: Rolf Pinckert


Radfahrerfreundliches Bahnhofsumfeld Mainz

Angesichts der immer nur auf einzelne Aspekte der Radverkehrsinfrastruktur fokussierten Diskussion haben wir in unserer Montagssitzung am 9-ten M├Ąrz 2020 das ÔÇ×Positionspapier Bahnhofsumfeld MainzÔÇť verabschiedet. Es wurde bereits unseren Ansprechpartnern im Verkehrsdezernat sowie dem OB Herrn Michael Ebling als Impuls f├╝r entsprechende Umsetzungen zur Verf├╝gung gestellt.

Das Positionspapier adressiert die heute unzureichende, Radfahrer abschreckende und Fu├čg├Ąnger gef├Ąhrdende Situation rund um den Mainzer Bahnhof ÔÇô ein Gebiet mit dem h├Âchsten Radverkehrsaufkommen der Stadt. Es stellt eine aktuelle Erg├Ąnzung zu unserem Radpolitischen Programm (siehe http://www.adfc-mainz.de/cms_select.php?ID=643) dar.


Positionspapier_Bahnhofsumfeld Mainz
(ADFC KV Mainz-Bingen e.V. ÔÇô (09.03.2020)

Dieses Positionspapier adressiert die heute unzureichende, Radfahrer abschreckende und Fu├čg├Ąnger gef├Ąhrdende Situation rund um den Mainzer Bahnhof ÔÇô ein Gebiet mit dem h├Âchsten Radverkehrsaufkommen der Stadt. Es ist eine aktuelle Erg├Ąnzung zu unserem Radpoltischen Programm (Letzteres ver├Âffentlicht auf unserer Homepage am 14.10.2019).

Umfeld HBF Mainz:
Einbindung Radparkhaus:

  • Beim Bau des Fahrradparkhauses sind alle dazugeh├Ârigen Zu- und Abfahrten ausreichend zu dimensionieren. Hier denken wir z.B. an die Wege zur Alicenbr├╝cke und die Verbreiterung des Weges entlang des ehemaligen Postareals.

  • Die Wegemarkierungen und Hinweise sind m├Âglichst eindeutig zu halten. Es mu├č allen Verkehrsteilnehmern intuitiv klar sein, ob es sich bei den Zu-und Abfahrten um SharedSpace, einer Stra├če oder auch einen Fu├čg├Ąngerweg-Radfahrer-frei oder im besten Fall um einen reinen Radweg handelt.

Wallstra├če aufw├Ąrts:
  • Die zuk├╝nftige Stadtteilroute Richtung HaM├╝ und Gonsenheim braucht entlang des alten Postareals eine gut sichtbare und sichere Radinfrastruktur. Das k├Ânnte bestm├Âglich ein eigener Radweg oder mindestens eine Piktogrammkette und auf der ganzen Strecke Tempo 20 sein.

  • Bergab gibt es aktuell den Anschein eines Radwegs entlang des B├╝rogeb├Ąudes und eine unzureichende ├ťberleitung zum HBF selbst, sowie zur Alicenbr├╝cke.

Von der Mombacher Str aus:
  • Schon wegen des in Planung befindlichen Pendlerradwegs Mainz-Bingen ist diese Verbindung besonders wichtig. Neben der erforderlichen Verbreiterung des Weges entlang des alten Postareals ist auch die Weiterf├╝hrung besonders wichtig. In Richtung Mombach sollte es m├Âglich sein, ab Einfahrt Postareal die Stra├če zu queren und auf einen Radfahrstreifen zu f├╝hren, der dann die Weiterfahrt nach Mombach oder durch die Osteinunterf├╝hrung erm├Âglicht.

  • In umgekehrter Richtung braucht es einen Radfahrstreifen mindestens ab Fritz-Kohl-Stra├če der dann auf den verbreiterten Weg am alten Postareal f├╝hrt.

  • Die Osteinunterf├╝hrung sollte auf beiden Seiten zur Neustadt und nach HaM├╝ mit Rampen f├╝r Radfahrer ausgestattet werden.


Osteinunterf├╝hrung:

  • Die Osteinunterf├╝hrung selbst braucht nat├╝rlich eine deutliche Verbesserung des ÔÇ×AmbientesÔÇť so da├č Fu├čg├Ąnger und Radfahrer diese denn auch mit sicherem Gef├╝hl benutzen k├Ânnen. Unabh├Ąngig davon, braucht es an beiden Ausgangsseiten deutliche Verbesserung der vom Kopfsteinpflaster gepr├Ągten Fahrbahn, um eine gute Verbindung in die Neustadt zu schaffen. Der Anschlu├č zu und die Radwegef├╝hrung auf Kaiser Wilhelm- und Barbarossaring in Richtung Bismarckplatz sind ebenfalls zu verbessern.


Bahnhofsvorplatz:

  • Der Bahnhofsvorplatz mit den Bahnhofsseiten braucht in Erg├Ąnzung zu den aktuell in Planung befindlichen Abstellanlagen (Radparkhaus und wohl Abstellanlage zur Neustadt hin), wenigstens ein paar ÔÇ×Kurzparkerb├╝gelÔÇť in direkter N├Ąhe des Eingangs. Dies ginge allerdings nur, wenn auch zeitnah abgeschleppt werden k├Ânnte.

  • Die Beschilderung insbesondere f├╝r neu ankommende Radler sollte gut sichtbar und intuitiv f├╝r Klarheit sorgen.


Schottstra├če / G├Ąrtnergasse:

  • Zur weiteren Verbesserung der Verbindung zur G├Ąrtnergasse und in die Stadt sollte die Schottstra├če schnellstm├Âglich einen Radfahrstreifen erhalten. Will man insgesamt noch mehr Verkehrsberuhigung, m├╝sste das Aareal zu SharedSpace umgewandelt werden. Die aktuelle Ausleitung auf den Fu├čg├Ąnger├╝berweg in Richtung Bahnhof ist suboptimal.

  • Die Verbindung von der G├Ąrtnergasse in die Boppstra├če sollte dann auf dem zuk├╝nftigen Protected Bike Lane (s.u.) entlang der Kaiserstra├če gef├╝hrt werden und auch eine Abbiegespur zur Boppstra├če bekommen.


Verbindung vom Hauptbahnhof bis runter an den Rhein:

  • Hier ist u.E. die beste Alternative eine Protected Bike Lane von der Alicenbr├╝cke ├╝ber die Parcusstra├če bis runter an den Rhein. Die verschiedentlich diskutierten Varianten ÔÇ×Adam-KarrillonÔÇť/ÔÇťHintereBleicheÔÇť etc. w├╝rden u.E. l├Ąngst keine so leistungsf├Ąhige Radverkehrsachse darstellen. Auch sollte der Umbau der Kaiserstrasse einfacher , kosteng├╝nstiger und schneller umsetzbar sein.


Verbindung in Richtung Alicenbr├╝cke und weiter:

  • Die Verbindung zur Innenstadt in Richtung Binger und Schillerstra├če verl├Ąuft aktuell durch den kleinen Tunnel unter der Alicenbr├╝cke. Diese Verbindung sollte jedenfalls verbreitert werden und einen direkt fahrbaren Anschlu├č an die Alicenstra├če Richtung Oberstadt bekommen. Gleiches gilt in Richtung der Binger Stra├če und/oder der M├╝nsterstra├če (s.u.). Die Rampe Richtung Saarstra├če und ├╝ber die Br├╝cke braucht ebenfalls eine Verbreiterung.

  • Schaffung einer direkten Verbindung von der um eine Fahrradspur zu erweiternden Alicenbr├╝cke ├╝ber die Alicenstra├če in die M├╝nsterstra├če ÔÇô idealer Weise mittels einer Unterf├╝hrung in direkter Fortsetzung der kleinen Fu├čg├Ąngerunterf├╝hrung.

  • Von der Saarstra├če ├╝ber die Br├╝cke Richtung Kaiserstra├če sollte die Markierung direkt auf die o.g. Protected Bike Lane in der Parcusstra├če f├╝hren.

  • F├╝r Radler Richtung Binger und Schillerstra├če f├╝hrt die die aktuelle Route bergab in den schmalen kombinierten Rad-und Fu├čweg. Eine gute Alternative ist u.E. die direkte Abzweigung rechts am B├╝rohochhaus vorbei in die M├╝nsterstra├če. Der dortige Parkplatz m├╝sste weichen und/oder ein Tunnel unter der Alicenstra├če hindurchgef├╝hrt werden. Diese Ma├čnahme w├╝rde dann die neu entstandene Situation am M├╝nsterplatz entsch├Ąrfen ÔÇô so diese denn nicht nochmal grundlegend ge├Ąndert wird (s.u.).


Neue Bushaltestellen M├╝nsterplatz:

Die Haltestellen der Linien 6, 64 und 65 wurden (seit dem aktuellen Fahrplanwechsel) am M├╝nsterplatz aus der Bahnhofstra├če in die Binger Stra├če verlegt. Stadtein- wie ÔÇôausw├Ąrts bringt dies eine besondere Gef├Ąhrdungslage f├╝r Radfahrer, Fu├čg├Ąnger und ├ľPNV-Nutzer mit sich.
Stadteinw├Ąrts haben wir hier einen benutzungspflichtigen und recht schmalen Rad- und Fu├čweg der in H├Âhe der Haltestelle durch ein Gel├Ąnder provisorisch von der Aufstellfl├Ąche der ├ľPNV-Nutzer abgetrennt ist. Schon die Wahl des Standorts ist aufgrund des begrenzten Raumes recht ungl├╝cklich.

Es sollten folgende Ma├čnahmen gepr├╝ft werden:
  • Mittelfristig: Verlagerung der Haltestelle z.B. durch R├╝ckverlagerung in die Bahnhofstra├če mit Anfahrt ├╝ber Parcusstra├če und ggf. auch ├╝ber Bahnhof.

  • Kurzfristig: Weitestm├Âgliche Beseitigung von Engstellen wie z.B. ÔÇ×AbschleppenÔÇť der am Gel├Ąnder festgemachten R├Ąder etc.


Stadtausw├Ąrts liegt ab Bahnhofstra├če ein ÔÇ×Fu├čg├Ąngerweg-Radfahrer freiÔÇť vor. F├╝r den aus der Gro├čen Bleiche nach oben fahrenden Radler ist die Situation als un├╝bersichtlich zu bezeichnen. Die teils schon nachgebesserten Radkennzeichen auf dem neuen Pflaster sind wenig deutlich auszumachen. Wenn man als Radfahrer auf der Stra├če f├Ąhrt, hat man in H├Âhe der Haltestelle eine Hoppelpiste und wird ab der Hinteren Bleiche auf den kombinierten Rad- und Fu├čweg gelenkt. Radelt man auf dem Fu├čg├Ąngerweg, kommt man ggf. mit den wartenden ├ľPNV-Nutzern in Konflikt. Dies um so mehr, als viele Wartende die Fensterb├Ąnke der Sparkasse nutzen und beim Herannahen der Busse dann schnell und ggf. ohne auf Radler zu achten zum Bus hechten. Auch ist die Fahrplaninformationstafel mitten auf den Gehweg platziert und bildet eine zus├Ątzliche Barriere.

Es sollten folgende Ma├čnahmen gepr├╝ft werden:
  • Mittelfristig: R├╝ckverlagerung der Haltestelle in die Bahnhofstra├če. Als Konsequenz ergibt sich dann, dass die Busse entweder die Parcusstrasse hochfahren oder auch wieder den Bahnhof direkt anfahren.

  • Kurzfristig: Ersatz der stehenden durch eine h├Ąngende Fahrplaninformationstafel und bessere Markierungen mittels eines Radfahrschutzstreifen oder Piktogrammen auf der Fahrbahn und deutlichere Markierung auf dem Fu├čg├Ąngerweg.



Rolf Pinckert
Stellv. Vorstandssprecher
ADFC KV Mainz-Bingen e.V.


Wir, der ADFC-KV Mainz-Bingen, nehmen regelm├Ąssig Anregungen und Vorschl├Ąge zu unserem Radverkehrspolitischen Programm mit dem Ziel der laufenden Impulsgebung f├╝r die Weiterentwicklung des Radverkehrs und des respektvollen Umgangs aller Verkehrsteilnehmer miteinander an.

Versionierung:

Version1.0 vom 09.03.2020 ÔÇô ├Âffentlich
Gem├Ą├č Abstimmung in der Sitzung des ADFC-KV MZ-BIN am 09.03.2020

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